Lexikon der Katzenbegriffe

Abzeichen: Bezeichnung für Points.

additive Wirkung: Summierende Wirkung mehrerer Gene (Polymerie).

Äquationsteilung: Mitose, Stadium der Zellteilung

Agouti (engl. banding, ticking): Wildfärbung, "Bänderung" jedes Haares. Benannt nach einem südamerikanischen Nagetier. Reinste, fast zeichnungsfreie Form bei Abessinierkatzen.

Ahnentafel (engl. pedigree): Abstammungsnachweis, Stammbaum, Stammtafel. Zu Rassekatzen gehörender, von Zuchtbuchämtern der Zuchtverbände erstellter Auszug aus dem Zuchtbuch mit vier,fünf oder sechs Generationen. Enthält Angaben über Zuchtnamen (Zwingernamen), Eigennamen, Datum der Geburt, Rasse usw. Zuchtausweis im Sinne einer amtlichen Geburtsurkunde.

Ahnenverlust: Verminderung der Vorfahrenzahl nach wiederholter Inzucht.

Akromelanismus (gr. akron = Spitze, melainos = schwarz): Spitzenschwärzbarkeit, Spitzenfärbung, engl. Colourpoint. Kälteschwärzbarkeit von Haar und Haut an den kühlsten, am wenigsten durchbluteten Körperstellen (->Points). Bei Teil-Albinos aller Rassen (z. B. Siamesen, Burmesen usw.).

Albinismus (lat. album = weiß): Leukodermie; völliges Fehlen von Farbstoffen (->Pigment) in den Körperzellen. Daher rote Augen, rosa Haut, weißes Haar. Völlige Ausprägung bei Katzen selten (->Teil-Albino).

Allele: Allelomorphe: Einander entsprechende Gene (parallele oder Gegengene) eines ->homologen ->
Chromosomenpaares.

Allergie: Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe (Allergene) in der Umwelt. Katzenhaarallergie in
Wahrheit ausgelöst durch Allergene (Eiweißstoffe, z. B. in Hautschuppen von Katzen), die bei der Körperpflege über das Fell verteilt werden (->Sphynx).

Analduft: Wird durch Sekret zweier Analbeutel erzeugt, die seitlich innen in den After münden. Besonders intensiv bei Jungtieren und während der ->Brunst bzw. ->Rolligkeit.

Art (lat. spezies): Gruppe von Lebewesen, die sich in bestimmter Hinsicht ähneln und untereinander fruchtbar vermehren.

Arzneimittel: ->Medikamente.

Atavismus: Rückschlag zu stammesgeschichtlich zurückliegenden Merkmalen der Vorfahren.

Atemfrequenz: Bei gesunden erwachsenen Katzen in Ruhe etwa 22-25 pro Minute (->Fieber, Puls). Aufzuchttemperatur (Nestwärme): Entspricht etwa der mütterlichen Körpertemperatur. Für verwaiste Junge lebensnotwendig!

Augen: ->Tapetum lucidum

ausmendeln: Aufspalten des Erbgutes in der 2. Tochtergeneration (F2-Generation) nach einem Mendelschen Gesetz (->Mendelismus).

Ausstellung (engl. show): Veranstaltet von Zuchtverbänden. Dient dem Vergleich von Rassekatzen mit ihrem Standard durch internationale Zuchtrichter (->Qualifikation), ist zugleich Schönheitswettbewerb (->CAC) und Öffentlichkeitswerbung für Katzenhaltung.

Autosomen: Alle ->Chromosomen außer den ->Geschlechtschromosomen.

Bänderung: ->Agouti, Ticking.

Bastard: ->Hybrid.

Bezoare: Haarballen, Gewölle. Finden sich nach der Fellpflege im Katzenmagen. Normalerweise Erbrechen nach Verzehr von rauhkantigem Gras, Hafer oder (ungespritztem!) Zypergras (Cyperus). Bei Schwierigkeiten (Appetitlosigkeit, Verstopfung) Tierarzt konsultieren!

Bicolour (engl.): Zweifarbig durch ->Weißscheckung, ->pibald white spotting.

Blesse: Zeichnung weißgescheckter oder bunter Katzen auf dem Nasenrücken.

Break (engl.): ->Muzzle Break,Whiskerbreak, Pinch.

Breeding (engl.): ->Zucht.

Brindling (engl.): Weiße Stichelung dunklen Felles infolge Krankheit, Alter, Vitaminmangel, hormoneller Störung.

Brunst: ->Oestrus, ->Rolligkeit.

Brutpflegetrieb: Erwacht bei der Kätzin besonders beim Schreien von Jungkatzen, ist aber latent bei fast allen Katzen vorhanden. Stärkste Entwicklung am Ende der ->Trächtigkeit und während der Stillperiode.

CAC = Certificate d'aptitude au Championnat: Mögliche Anwartschaft auf den nationalen Siegertitel bei "Vorzüglich 1" auf einer Ausstellung, falls die Katze über 9/10 Monate alt ist (Offene Klasse). Mit drei CAC erwirbt sie i.d.R. den Titel  "Champion". Die Richtlinien zur Erreichung der weiteren Titel sind in den Dachverbänden und freien Vereinen oft geringfügig abweichend festgesetzt.

CAP: Anwartschaft auf den nationalen Siegertitel für Kastraten. Nach dreimaligem Erwerb wird der Kastrat Premior. Weiter siehe CAC

Carrier (engl.): Träger bestimmter Erbanlagen.

Cat Fancy (engl.): Katzenhaltung und -zucht als Liebhaberei. Weltweite Verbreitung seit Ende des 19.Jahrhunderts.

Catsitter (engl.): Vertrauenswürdige Pflegeperson zur Betreuung alleingelassener Katzen in Abwesenheit des Wohnungsinhabers bei Urlaub, Krankheit usw. des Halters.

Cattery (engl.): ->Zwinger.

CFA: Cat Fanciers Association. Eine der großen Dachorganisationen amerikanischer Katzenzuchtvereine.

Chromatin: Mit Farbstoff stark färbbare Substanz im Zellkern, aus der sich die ->Chromosomen bilden.

Chromosomen: Kernschleifen. Bestandteile des Zellkerns. Träger der ->Gene.

Cinnamon: Zimtfarben. Bei Abessinierkatzen Sorrel genannt.

Classic Tabby (engl.): Katzen mit diesem Fellmuster werden auch Räder- oder Marmorkatzen genannt. Stromung (->Tabby).
cobby (engl.): Bezeichnung für den schweren, kräftigen Katzentyp. Bei Prof. HANS PETZSCH "Plumptyp" genannt. Z.B. Exotic Shorthair, Perser, Britisch Kurzhaar.

Crossing over (engl.): Überkreuzung der ->homologen ->Chromosomen während der ->Konjugation im Ablauf der ->Reduktionstellung, wobei ein gegenseitiger Austausch der Chromosomenabschnitte erfolgen kann.

Daumenabdruck: ->Wildfleck.

Deckhaar: ->Haar.

Dihybrid: Nachkomme aus der Kreuzung zweier Rassen, die sich in zwei Merkmalspaaren unterscheiden, so daß der ->Hybrid in diesen ->heterozygot ist.

diploid (zweifach, gedoppelt): Mit zwei Sätzen von ->Chromosomen versehene Zellen. Bei Säugetieren sind normalerweise alle Zellen von der befruchteten ->Zygote an diploid; die Keimzellen nach der -> Reduktionsteilung sind dagegen haploid (einfach, halb).

Disqualifikation: Ausschluß von der Bewertung auf einer Katzenausstellung wegen schwerwiegender Fehler, z. B. ->Kryptorchismus, Krallenamputation, Nervosität bzw. vermeintliche Bösartigkeit ängstlicher Katzen im Ausstellungsstreß.

DNA: Desoxyribonucleinacid. Kernsäure, die in den Chromosomen enthalten ist. Internat. Bezeichnung für Desoxyribonukleinsäure (DNS). ->Nukleinsäuren.

Domestikation: Haustierwerdung. Umwandlung eines Wildtieres zum Haustier durch menschlichen Einfluß.

Dominanz, dominant (lat. dominare herrschen, beherrschen): Eigenschaft von ->Genen, sich gegenüber ihren ->Allelen durchzusetzen.

Duftmarken: Urinspritzer zur Markierung des eigenen Reviers (Territoriums). Neben ->Analduft Lockmittel und Stimulans im Geschlechtsleben der Katzen.

Ebony: Ursprünglich für Orientalisch Kurzhaar Schwarz verwendete Bezeichnung. Heute z. B. in Amerika für Schwarz (Black, Seal) allgemein üblich (Z. B. Ebony Mandalay für Bombay).

Ektoparasiten: Auf dem Körper lebendes Ungeziefer (Flöhe, Zecken, Milben, Haarlinge). Meist artspezifisches Verhalten, d. h. Katze ist als Wirt unerläßlich.

Endoparasiten: Im Körper schmarotzendes Ungeziefer aller Art (Würmer usw.). Können zum Teil Mensch und Katze befallen (->Zoonosen).

Entropium: Einwärtskehrung der freien Lidrandfläche (eingerolltes Augenlid). Kann Tränenfluß verursachen. Erbfehler!

Entwurmung: Unbedingt erforderlich vor ->Schutzimpfungen aller Art. Nach Anweisung des Tierarztes!

Enzyme, Fermente: Hochmolekulare Eiweißkörper in lebenden Zellen. Beschleuniger blochemischer Vorgänge (Biokatalysatoren).

Epistasie: Überlagerung der ->phänotypischen Ausprägung ->alleler ->Gene durch ein ->dominantes, nicht zum gleichen Genpaar gehörendes Gen an einem anderen ->Gen-Locus. Das überlagernde ist epistatisch gegenüber dem Überlagerten.

Erbbild: ->Genotypus.

Erscheinungsbild: ->Phänotypus.

Ersatzkind: Mitkatze, die bei einsetzendem ->Brutpflegetrieb von der werdenden Mutter betreut wird.

Eugenik: Angewandte Vererbungslehre mit dem Ziel der Verbesserung des Erbgutes.

Eumelanin: ->Pigment.

Fading-kitten-syndrome (engl.): Unerklärliches Dahinsiechen Neugeborener in den ersten Lebenstage. Unbedingt obduzieren lassen!

Feliden (lat. felidae): Angehörige der Familie der Katzen. Systematische Unterteilung früher in Großkatzen (Pantherinae), Luchse (Lyncinae), Kleinkatzen (Felinae) und Geparde (Acinonychinae). Nach neueren Angaben (Prof. Leyhausen) erfolgt eine Unterteilung nur noch in Felinae und Acinonychinae.

Fellwechsel: Besonders auffallend bei Katzen mit reichlicher oder langer Unterwolle; diese wechselt im Frühjahr, das Deckhaar (->Haar) im Herbst. Regelmäßige Pflege unerläßlich.

Fieber: Messung im After mittels eingefettetem Thermometer (Kleintier- oder Kinderthermometer) ergibt Temperatur von über 39 °C (normal 38-39,2 °C). Katze wird dazu entweder von zwei Personen an Schulter und Schwanz gehalten oder fest in Decke gewickelt, wobei Kopf und Schwanz frei bleiben. Tierarzt!

FIFe = Fédération Internationale Féline. Als Dachorganisation europäischer Katzenzuchtvereine 1949 in Frankreich gegründet. Heute Sekretariat in den Niederlanden. Erkennt ->Rassestandards anderer Organisationen nicht in allen Fällen an.

Flehmen: Öffnen der Kiefer und Entblößen der Zähne bei konzentriertem Gesichtsausdruck zwecks intensiverer Wahrnehmung
erregender Düfte mit Hilfe eines speziellen Riechorgans im Nasenhintergrund bei verschiedenen Tierarten.

Fluchtdistanz: Instinktmäßig festliegender kritischer Abstand. Unterschreitung löst bei Katzen Flucht, Abwehr oder Angriff aus.

Follikel: Eierstockbläschen, in dem das weibliche Ei heranwächst.

Foreign, foreign type (engl.): Katzen von schlankem, "exotischem", "fremdartigem" Typ. Britische Bezeichnung für
->Schlankform-Katzen, z. B. Foreign White. Bei uns seit 1972 ->Orientalisch Kurzhaar genannt.

Forellentüpfelung: Feinstes Tupfenmuster des Haares bei Katzen (->Tabby).

Fremdzuchtpaarung, engl. Outbreeding, Outcross: Paarung verschiedener Stämme gleicher Rassen (-> Kreuzung).

Frostpoint: ->Lilacpoint.

Gamet: Reife ->Keimzelle nach der ->Reduktionstellung.

GCCF = Governing Council of the Cat Fancy: Dachorganisation der britischen Katzenzuchtverbände.

Geisterzeichnung (engl. ghost markings): Leichtes ->Tabbymuster trotz fehlender Anlage für ->Agouti bei jungen oder roten Katzen.

Gene, Erbanlagen, Erbinformationen, Erbreinheiten, Erbfaktoren: Veranlassen die Ausbildung vererbbarer Merkmale und sind als ->Allele Bestandteile der ->Chromosomen.

Genetik: Allgemeine Vererbungslehre, Züchtungsbiologie, Erbbiologie. Durch ->MENDEL 1865 an Pflanzen entdeckte Gesetzmäßigkeit der Übertragung von Eigenschaften von den Eltern (Parental-Generation) auf die gemeinsamen
Nachkommen (Filial-Generation; ->Zucht).

Gen-Locus: Lage eines ->Gens bzw. einer ->Gen-Serie in einem bestimmten ->Chromosom oder Chromosomenabschnitt.

Genom: Summe der ->Gene eines Lebewesens.

Genotypus: Gesamtheit aller Gene, die den Phänotypus eines Lebewesens bestimmen.

Gen-Serie: Gemeinsam am gleichen Gen-Ort lokalisierte Erbanlagen mit jeweils ähnlicher Wirkung (z. B. Albino-Serie, Tabby-Serie).

Genverlust: Einbuße an Erbmaterial durch die Vorgänge während der ->Reduktionsteilung und Befruchtung (->Ahnenverlust).

Geschlechtschromosomen, Heterochromosomen: ->Chromosomen, von denen die Geschlechtsbestimmung abhängt. Weibliche Säugetiere besitzen zwei X-Chromosomen, männliche normalerweise ein X- und ein Y-Chromosom.
geschlechtsgebundene Merkmale: Merkmale, deren ->Gene in den ->Geschlechtschromosomen liegen.

Geschlechtsreife: Einsetzen bei Hauskatzen mit etwa 9 Monaten, zuweilen auch früher. Kätzinnen werden rollig, Kater markieren (->Duftmarken) ihr Revier mit Urin. Beide zeigen lautstark äußerste Unruhe.

Gifte: Wirkung über Atemwege, Haut (Kontaktgifte), Schleimhäute, Verdauungswege. Gefährlich: -> Medikamente, Düngemittel, Farben, Hausputz- und Waschmittel, Mottenpulver, Möbelpolitur, Pflanzengifte, Grünpflanzen), Pflanzenschutzpräparate, Ungeziefervertilgungsmittel, Phenole, Sprays aller Art, Teerpräparate (auch Seife) usw. Bei
Vergiftungserscheinungen (z. B. Speicheln, Erbrechen , Durchfall, Gleichgewichtsstörungen) sofort Tierarzt!

Grünpflanzen: Inhaltsstoffe oft giftig (Alkaloide, ätherische Öle). Vorsicht vor: Aronstabgewächsen (Anthurium, Scindapsus oder Efeutute, Philodendron), Blumenwasser, Elefantenohr, Geranien, Goldregen, Maiglöckchen, Fingerhut,
Nachtschattengewächse, Nadelhölzern (Weihnachtsbaum!), Orchideen, Wicken, Wolfsmilcharten (Christusdorn), Weihnachtsstern, Zwiebelgewächsen (Tulpen, Narzissen usw.) und, ihrer Stacheln wegen, Kakteen (->Zimmerpflanzen).

Haar: Setzt sich bei Katzen normalerweise aus dem schützenden Deckhaar (Leit- und Grannenhaare) und wärmender Unterwolle zusammen. Verschiedene erblich bedingte Varianten, z.B. ->Rex, Langhaar, ->Seidenhaar, Kurzhaar (engl.
Shorthair).

Hängeohr (engl. folded ear): In einer bis zwei Falten gekipptes oberes Drittel der Ohrmuscheln (Scottish Fold, ->Pudelkatze).
Dominant erbliche ->Mutation. Gehörkapsel unverändert. Echte Hängeohren z. B. beim Widderkaninchen.

Hämophilie: Bluterkrankheit mit Thrombozytendefekt bis hin zum Gefässwanddefekt. Unterschiedliche, kaum erforschte genetische Ursachen.

Halsbänder: Nicht unterbrochene dunkle Ringe auf der Brust bei Tabbyzeichnung. (nicht erwünscht bei der Rasse der Bengalen und Abessinier)

Halskrause: Reiche, lange Behaarung über Schultern und Brust bei Lang- und Halblanghaarkatzen (Semilanghaar).

haploid: ->diploid.

HCM: hypertrophe Cardiomyopathie, vermutlich genetisch bedingte (autosomal dominate) Herzerkrankung bei Katzen, kommt auch beim Menschen und bei Hunden vor.

HD: Hüftdysplasie, Geleknpfanne im Beckengürtel ist kaum ausgebildet oder fehlt völlig.

hemizygot: Lebewesen, die nur ein X-Chromosom besitzen. Bei Säugetieren das männliche, bei Vögeln das weibliche Geschlecht.

Hermaphroditismus: Regelmäßiges Zwittertum, d.h. Erzeugung männlicher und weiblicher Keimzellen im gleichen Individuum (z. B. bei Regenwurm, Weinbergschnecke, Saug- und Bandwurm).

Heterochromosomen: ->Geschlechtschromosomen.

Heterogenie: Auf nicht ->allelen ->Genen beruhende gleichartige erbliche Merkmale. Identischer -> Phänotypus.

Heterosis: Hybrid vigor; Luxurieren der Bastarde. Üppiges Wachstum und gesteigerte Lebenskraft bei -> Hybriden.

heterozygot: mischerbig, spalterbig; ->homozygot, ->Dominanz.

Höschen: Knickerbocker. Ausgeprägte lange Behaarung der Hinterbeine.

homolog: Übereinstimmend, sich entsprechend.

homozygot: reinerbig; Gegenteil von ->heterozygot. ->Dominanz.

Hybrid: Bastard, Mischling. Nachkomme von Eltern mit verschiedenartigem Erbgut (->Kreuzung).

Hypokalämische Polymyopathie: Kaliummangelsyndrom, das sich in schubweise auftretenden lähmungsähnlichen Erscheinungen der Muskeln äussert. Tritt im Alter von 4-12 Monaten zuweilen bei Burmakatzen auf und scheint rezesiv erblich zu sein.

Hypophyse: Hirnanhangdrüse. Aus Vorderlappen und Hinterlappen bestehend. Erzeugt Hormone mit Wirkung auf Drüsen und
Stoffwechsel des Organismus.

hypostatisch:->Epistasie.

Immunstoffe: Bewahren nach überstandener Infektion oder ->Schutzimpfung vor erneuter Ansteckung. Werden mit der ->Kolostralmilch von den Jungkatzen aufgenommen. Dadurch Infektionsschutz bis etwa zur 8. Lebenswoche.

Impfpaß: Ausstellung nach ->Schutzimpfung durch den Tierarzt. Gehört neben ->Ahnentafel zu den Papieren einer Rassekatze.

Imponierhaltung: Hoher Zehengang, "Katzenbuckel", gesträubtes Fell, angelegte bzw. nach hinten gedrehte Ohren. Wird schon im Alter von 4 bis 5 Wochen von Jungkatzen geübt.

intermediär (lat. dazwischenliegend): Zwischenelterlich. Ein intermediäres Erbbild ergibt sich aus Mischerbigkeit für verschiedenartige ->Gene der gleichen ->Gen-Serie, z. B. Tonkanesen aus Siamesen und Burmesen.

Inzestzucht: Paarung von Geschwistern oder Elternteilen und Kindern zur Erbgutprüfung oder Erzielung besonderer Zuchtergebnisse. (Geschwisterpaarung häufig riskant und daher unerwünscht.)

Inzucht: Paarung stammverwandter Lebewesen zur Vereinheitlichung der Erbanlagen. Beste Methode, -> homozygote Zuchtstämme zu erzielen (->lnzestzucht, Linienzucht).

Kastration: Unfruchtbarmachung durch operative Entfernung der ->Keimdrüsen; unter Narkose bei Kater und Kätzin i.d.R. nach der ->Geschlechtsreife durchgeführt (engl.: männl. Kastrat = neuter; weibl. spay).

Kälteschwärzbarkeit: ->Akromelanismus.

Keimdrüsen: Eierstöcke bei der Kätzin, Hoden beim Kater. (->Geschlechtsreife, Kastration)

Keimplasma: Erbmasse, Gesamtheit der Erbanlagen innerhalb der ->Keimzellen.

Keimzellen, Geschlechtszellen: Ei- und Samenzellen.

Kitten (engl.): Jungkatze, Kätzchen, Katzennachwuchs.

Knickschwanz (engl. kink): Fehlbildung der Schwanzwirbel. ->Rezessiv erblich. Leichte Form: Nicht sichtbarer Knoten am Schwanzende.

Körpertemperatur: Normal bei 38-39,2 °C (Messung im After; ->Fieber).

Kolostralmilch: Besonders eiweißreiche mütterliche Vormilch während der ersten zwei Tage nach der Geburt. Enthält wichtige ->Immunstoffe.

Kombinationsrassen: Neue Rassen, die aus ->Kreuzung verschiedener Rassen hervorgehen (z. B. ->Pudelkatze).

Kondition: Augenblickliche körperliche Verfassung eines Lebewesens.

Konjugation: Paarweise Vereinigung der ->homologen ->Chromosomen vor der ->Reduktionstellung.

Kopplung: Lagerung verschiedener ->Gene im gleichen ->Chromosom. Die Zahl der Kopplungsgruppen entspricht der Chromosomenzahl (Kopplung und Kopplungsgruppen sind bei Katzen noch nicht erforscht).

Krallen: Sichelförmige, in Sehnenscheiden einziehbare Waffen der Katzen. je vier Krallen an den Hinterkrallen, incl. Afterkralle fünf an den Vorderpfoten. Abstreifen der äußeren, verbrauchten Hornschicht ("Krallenhüllen") an rauhem Holz oder Kratzbaum fördert neue, spitze Krallen zutage. Beschneiden nur in Ausnahmefällen (Ausstellung / Tierarzt!). Krallenamputation als tierquälerische Grausamkeit lt. Tierschutzgesetz streng verboten!

Krankheitssymptome: Verändertes Verhalten (Apathie, Eßunlust, Harnverhalten usw.) und verändertes Aussehen (gesträubtes Fell, sichtbare Nickhaut, tränende Augen, Speicheln usw.). Sofort Temperatur messen (->Fieber). Tierarzt!

Kreuzung: Paarung von Individuen verschiedener Arten, Gattungen, Familien oder Rassen einer Art, um neue Rassen, neue Farben bestehender Rassen oder ihre ->genotypische und ->phänotypische Umformung zu erwirken (->Hybrid).

Kryptorchismus: Zurückbleiben eines (Monorchismus) oder beider (Anorchismus) Hoden in der Bauchhöhle. Rezessiv erblich. Führt auf Katzenausstellungen zur ->Disqualifikation des betreffenden Katers.

Kuder: Waldwildkater (Felis silvestris silvestris).

Lebensalter, Lebenserwartung: Abhängig von Aufzucht, Haltung, Pflege, Ernährung. Durchschnittsalter frei lebender Katzen meist nur 2-5 Jahre (normale Lebenserwartung 15 Jahre und höher). Erstes Lebensjahr entspricht 20, jedes weitere vier menschlichen Lebensjahren.

Letalgen: Letalfaktor. Zum Tode eines Individuums führende Erbanlage.

Lilac: Lavender, lavendelfarben, fliederfarben, blaßviolett.

Lilacpoint: Frostpoint. Lavendelfarbene Abzeichen z. B. bei Siamkatzen.

linear: geradlinig.

Linienzucht: Gemäßigte Inzuchtmethode zur Festigung erwünschter Erbeigenschaften in bestimmten Zuchtlinien (->Inzucht, Inzestzucht).

Litter (engl.): Wurf, Nest, Nestgeschwister. Zum gleichen Zeitpunkt geborener Nachwuchs einer Kätzin.

Locus: ->Gen-Locus.

Lynxpoint (engl.): Tabbypoint (luchsfarbene Abzeichen), z.B. Siamabzeichen in Tabbymuster.

Mackerel Tabby: Tigerung. Quer zum Körper dicht gestreift. ->Tabby.

Maske: Kräftig gefärbte Gesichtszeichnung bei verschiedenen Rassen (z.B. Siamkatzen) aufgrund genetischer Veranlagung
(->Akromelanismus, Kältschwärzbarkeit). Schwache Körperpigmentierung. Kräftig pigmentierte ->Points. Maske meist durch Linien mit den Ohren verbunden. Ausdehnung bis zum Oberkopf erwünscht. Begriff wird auch bei Smoke (rauchfarben) verwendet, trotz genetischer Unterschiede.

Medaillon: Weißer Kehlfleck. Geringe Form der ->Weißscheckung.

Medikamente: Für Mensch oder Hund bestimmte Arzneien sind bei Katzen oft von gegenteiliger oder tödlicher Wirkung. Gefährlich z. B. Aerosole, ätherische Öle, Aspirin, Beruhigungsmittel, Fungizide, Insektizide, Perubalsam, Teerpräparate (z. B. Ichthyolsalbe und Seifen). Erfahrenen Tierarzt befragen! Auch ->Gifte. Eingeben von Medikamenten vom Tierarzt zeigen lassen!

Meiose: Reifungsvorgang der Keimzellen. ->Reduktionsteilung.

Melanin: ->Pigment.

Mendelismus: Lehre der Gesetzmäßigkeit in der Vererbung bestimmter Eigenschaften, entdeckt durch GREGOR JOHANN MENDEL(1822-1884).

Mikrosporie: Ringflechte, Ringworm. Auf Hund, Mensch oder Katze übertragbare, langwierige, meldepflichtige Pilzerkrankung. Erreger Microsporon canis. Bei Haarausfall sofort Tierarzt! Erkennen mittels Woodscher Lampe oder Pilzkultur. (->Zoonose)

Milchtritt: Treteln, Kneten ("kneteln") der mütterlichen Zitzen mit den Vorderpfötchen zur Anregung des Milchflusses. Im späteren Alter Ausdruck äußersten Wohlbehagens. Wird meist von ->Schnurren begleitet.

Mitose: Erbgleiche Zellteilung, Äquationstellung

Modifikation: Durch Umwelteinflüsse hervorgerufene Variante des ->Phänotyps, die auf ihren Träger beschränkt bleibt und sich nicht weitervererbt.

Modifikatoren, Modifikationsgene: Erbanlagen, die verschiedenartige Abstufungen von Merkmalen bewirken und sich als summierende Faktoren (Polygene) oft gegenseitig ergänzen (->Polymerie).

Molokulargenetik: Zweig der Vererbungslehre, der sich mit der Feinstruktur der ->Chromosomen und -> Gene befaßt.

Monohybrid: Nachkomme aus der ->Kreuzung zweier Rassen, die sich in einem Merkmalspaar unterscheiden, so daß der ->Hybrid in diesem ->heterozygot ist.

Monorchismus: ->Kryptorchismus.

multiple Allele: Verschiedene Zustände eines ->Gens, die sich als ->Allele verhalten. Anstelle des "normalen" Genpaares ist im gleichen ->Gen-Locus eine Serie solcher Paare bekannt (z. B. Albino-Serie, Tabby-Serie).

Muskeldystrophie: ->Spastisches Syndrom. Entartung der Muskelfasern in verschiedenen Körperregionen. Es gibt keine Therapie.

Mutagene: Stoffe, die ->Mutationen auslösen.

Mutation: Durch verschiedene Ursachen hervorgerufene Erbgutveränderung.

Muzzle Break: ->Whiskerbreak, Pinch.

Nackenbiß: 1. Dient dem Transport von Jungtieren durch die Mutter. Löst Tragstarre aus. 2. Griff des Katers während der ->Paarung. In beiden Fällen Beißhemmung! 3. Tötungsbiß. Muß durch Erfahrung erlernt werden.

Nasenspiegel: Nicht behaarte Nasenkuppe. Meist kühl und feucht. Färbung in vielen Rassestandards (-> Standard) vorgeschrieben.

Nickhaut: Drittes Augenlid. Bedeckt bei drohender Gefahr, Verletzung, Ermüdung, Erschlaffung oder Austrocknung des Organismus im Krankheitsfall vom inneren Augenwinkel her das Katzenauge.

Nukleinsäuren, Kernsäuren oder Polynukleotide: Man unterscheidet Ribonukleinsäure (->RNS bzw. RNA) im ->Zytoplasma und in geringer Menge im Zellkern sowie Desoxyribonukleinsäure (DNS bzw. -> DNA) als Bestandteile des Zellkerns. Beide sind meist an ->Protein gebunden.

Nukleolus (lat.): Stark färbbare Körperchen im Zellkern.

Nukleus (lat.): Kern, Zellkern.

odd-eyes (engl.): Verschiedenfarbige Augen (eines blau, das andere grün oder golden bis kupferfarben). Auch verschiedene Blautöne beider Augen (->Turner-Blue und ->White-Blue). Auch ->Weißscheckung. oestrogene Stoffe: Künstlich erzeugte weibliche Geschlechtswirkstoffe.

Oestrus, Brunst, Rolligkeit, Raunze: Hormonell gesteuerte Paarungsbereitschaft der Kätzin.

Orientalisch Kurzhaar: Einfarbige ->Schlankformkatzen mit gleicher Typbeschreibung wie ->Siamesen; in England ->Foreign genannt. Internationale Anerkennung 1972.

Osteogenesis imperfecta: Glasknochenkrankheit. Störung des Mineralstoffwechsels. Deformation des Becken und Brustkorb. Verschiedenartige genetische Ursachen.

Outbreeding, Outcross (engl.): Fremdzuchtpaarung (->Kreuzung).

Ovariektomie: Eierstockentfernung (->Kastration).

Ovulation (lat. ovum = Ei): Eisprung. Erfolgt 24 bis 30 Stunden nach der Paarung. Befruchtung 1-2Tage später, also 2-3 Tage nach der Paarung. Unterbleibt Befruchtung, erfolgt zuweilen Scheinträchtigkeit.

Paarung: Deckakt, Belegen. Dient der Begattung (->Oestrus, Rolligkeit). Sollte bei Katzen erstmals im Alter von einem Jahr und nicht öfter als dreimal innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Regelung der Formalitäten durch Zuchtrichtlinien der Vereine und Verbände.

Panleukopenie: Feline enteritis, Katzenseuche. Extrem ansteckende Viruserkrankung. Ohne Schutzimpfung zu 90 % tödlich. Tierarzt! Impfkalender!

Patella luxation: Deformation des Kniegelenks, bei der die Kniescheibe (Patella) nicht richtig sitzt oder zu flach ist und somit verrutscht. Erblicher Defekt - polygenetisch rezessiv.

Parthenogenese: Jungfernzeugung. Eingeschlechtliche Fortpflanzung, bei der unbefruchtete Eizellen zur Entwicklung gelangen. Beispiel: Drohnen im Bienenstaat, durch Parthenogenese entstanden.

Parti-color: Teilfärbung des Haarkleides. In den USA gebräuchliche Bezeichnung für Schildpatt mit Weißscheckung, Tricolour =Dreifarbigkeit. Bicolour = zweifarbig, d.h. eine Farbe mit Weißscheckung. Tricolour ohne jedes Zeichnungsmuster = Calico.

Patched Tabby (engl.): ->Tortoiseshell Tabby, Tortie Tabby, Torbie. Gestromt (Blotched Tabby) oder getigert (Mackerel Tabby) mit über den Körper verteilten roten/creme Flecken. Fast ausnahmslos bei weiblichen Katzen. ->Tabby.

Pedigree (engl.): ->Ahnentafel.

Peitschenschwanz: Schwanzform der meisten schlanken Katzenrassen. Dünner, schmaler Schwanzansatz, fein auslaufende Spitze.

Peke-face: Pekinesen-Gesicht. Extremer Typ, ursprünglich bei roten amerikanischen Perserkatzen. Sehr kurze Nase, starker ->Whiskerbreak, gewölbte Stirn, entsprechend geformter Gesichtsschädel.

Pet, household-pet (engl.): Geliebte Wohnungskatze.

Pewter: Zinnfarben. Bezeichnung für alle Silver Tipped mit farbigen Vorfahren.

Phänotypus (gr. phainomai = ich erscheine): Erscheinungsbild, Äußeres eines Lebewesens in seiner Gesamtheit, geprägt durch ->Genotypus im Zusammenwirken mit Umwelteinflüssen (Erscheinungsbild =Erbbild + Umwelt).

Phaeomelanin: ->Pigment.

Piebald white spotting (engl.): ->Weißscheckung.

Pigment: Dunkler Farbstoff, in erster Linie Melanin. Wird in den Körperzellen (Melanozyten) gebildet. Eumelanin ruft bei Katzen schwärzliche, Phaeomelanin gelb/orange Färbung hervor. Bei Störung der Pigmentbildung während der Embryonalentwicklung kommt es zu ->Weißscheckung.

Pinch (engl. = Kniff; Whiskerbreak): Eingezogene Wangen bei extrem gestrecktem Gesichtsschädel. Bei vielen Rassen (z.B. Siamesen, Orientalisch Kurzhaar) unerwünscht.

PKD: polizystische Nierenerkrankung

Plasma: ->Protoplasma.

Platinum: Lilac, Lavender bei Burmakatzen.

Pleiotropie: Beeinflussung mehrerer Eigenschaften durch ein einzelnes ->Gen.

Points (engl. = Punkte, Spitzen): Abzeichen (->Maske); Ohren, Beine, Schwanz und Hoden sind kräftiger pigmentiert als der übrige Körper (->Akromelanismus).

Polydaktylie: Mehrzehigkeit. Bekannte Mutation bei verschiedenen Lebewesen.

polygen: Merkmale oder Eigenschaften, die von mehreren ->Genen kontrolliert werden (->Polymerie).

Polymerie: Beeinflussung eines erblichen Merkmals durch mehrere ->Gene, die als Polygene untereinander gleichwertig sind und sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen (summierende Faktoren Genwechselwirkung).

Polzellen: ->Richtungskörper.

Progenie: Vorstehen des Unterkiefers. Vorwiegend erblich bedingt (Unterbiß).

Prognathie: Vorstehen des Oberkiefers bei fliehendem Kinn (Überbiß).

Progressive Retina Atrophie (PRA): Fortschreitende Rückbildung der Netzhaut des Auges die zur allmählichen Erblindung führt.

Protein: Eiweiß. Baustein der Zellen.

Protoplasma: Lebende Substanz der Zelle. Es gibt zwei Formen: Zellplasma (->Zytoplasma) außerhalb des Zellkerns und Kernplasma (Nukleoplasma).

Pudelkatze (Rex-Fold): ->Rexkatze mit ->Hängeohren. Züchtung durch Dr. R. WOLFF seit 1980.

Pudereffekt (engl. dusty = staubig): Ausdruck in Farbbeschreibungen. Manche besonders helle Katzenfarbe, z.B. Blau ("Silberblau"), Lila, Fawn wirkt wie silbrig-weiß überpudert.

Puls: An der Innenseite der Oberschenkel zu ertasten. Im Ruhezustand der Katze 110 bis 170 Schläge pro Minute, bei Jungkatzen mehr (-> auch Fieber).

Qualifikation: Bewertung auf Ausstellungen durch anerkannte Zuchtrichter. Noten: Vorzüglich, Sehr gut, Gut, Ziemlich gut

Quarantäne: Isoliermaßnahme gegen Verbreitung infektiöser Erkrankungen (z.B. bei Tollwutverdacht).

Räude: Milbenerkrankung (z. B. Notoedres-Milbe bei Ohrräude). Juckreiz, Schorfbildung. Tierarzt konsultieren!

Rasse: Gruppe von Einzelwesen innerhalb einer Art mit ähnlichen, auf die Nachkommen vererbbaren Eigenschaften (Größe, Stimme, Fellfarbe usw.).

Rassestandard: Standard

Reduktionsteilung: Reifungsteilung der unreifen Keimzellen (Urgeschlechtszellen), bei der die Anzahl der
Chromosomen auf die Hälfte herabgesetzt wird.

reinerbig: homozygot.

Reinerbigkeitsprüfung: Rückkreuzung.

Revierverhalten: Kennzeichnung des eigenen Territoriums mit Duftmarken (Urinspritzer). Eindringlinge
werden meist als Rivalen abgewehrt.

Rexfell: Gewelltes oder gelocktes ->Haar, fehlende Leit- und Grannenhaare. Verursacht durch verschiedene Mutationen.
Unterschieden werden heute: Cornish, German und Devon Rex (rezessiv erblich) sowie Selkirk Rex (dominant erblich). Der Name Rex stammt aus Kaninchenzucht. Bezeichnet dort extrem kurzes, plüschartiges Fell.

Rezessivität, rezessiv (lat. recedere = zurückweichen): Ein Gen verhält sich in der Regel dann rezessiv, wenn seine Wirkung bei Mischerbigkeit im ->Phänotypus nicht erkennbar ist (->Dominanz).

Rhinotracheitis: Katzenschnupfen. Ansteckende Infektionskrankheit. Ursachen vielgestaltig. Inkubationszeit 10-14 Tage. Symptome: Apathie, Niesen, Augentränen, Speicheln, Appetitmangel, gesträubtes Fell, Fieber. Unverzüglich Tierarzt! Schutzimpfung ab der achten Lebenswoche. In der Regel einjähriger Impfschutz nach voller Grundimmunisierung. Auffrischungsimpfungen wichtig!

Richtungskörper, Restkörper: Polzellen, die bei der Reduktionsteilung entstehen und später zugrunde gehen.

RNA: Ribonucleinacid (RNS).

RNS (internat. RNA): Ribonukleinsäure (Nukleinsäure).

Rolligkeit (auch Oestrus): Schreien, Wälzen, Querstellung des Schwanzes bei Kätzinnen, ausgelöst durch Hormone (Östrogen), periodisch alle 2-3 Wochen. Im Beisein des Katers Dauer 3-4 Tage (Ovulation). Sonst 5-10 Tage. ->Paarung mehrere Male innerhalb dieser Zeit. Kätzinnen ohne Katergesellschaft wählen gern Ersatzpartner. Verhinderung der Rolligkeit durch Hormonpräparate (Tierarzt!) oder Kastration.

Rückkreuzung: Kreuzung von Individuen der F1- oder F2-Generation mit den zu prüfenden Ausgangsrassen zur Feststellung ihrer Rein- oder Mischerbigkeit.

Rufismus (lat. rufus = rötlichbraun; engl. rufous = fuchsrot): Ursprünglich Bezeichnung für Verblassen roten Pigments in Gelb, Orange bis Rosa. Von ->Polygenen verursachte Felltönung, vor allem bei Katzen mit Agouti.

Rumpy: Absolut schwanzlose Manxkatze (Stumpy). Erbanlage dominant, Letalfaktor.

Sable (engl. Zobel): Bei Burmakatzen Braun, genetisch jedoch Schwarz (Black, Seal). Französisch auch Zibeline (= zobelfarben) genannt.

Scheckung: Piebald white spotting.

Schlankform, Schlanktyp, ->Foreign type: Katzen, die bereits nach SCHWANGART (1874-1958) dem Urbild ägyptischer Katzenskulpturen gleichen sollten. Heutige Schlankrassen sind ->Siamesen, >Orientalisch Kurzhaar, Cornish Rex.

Schnurren: Befindlichkeitsabhängige Lautäußerung der meisten Katzen, bereits kurz nach der Geburt. Während bei ihnen, genau wie beim Menschen, zur normalen Tonerzeugung die Stimmbänder durch den Luftstrom in Schwingung versetzt werden, läßt beim Schnurren ("Spinnen"), unabhängig vom Ein- und Ausatmen, die Kehlkopfmuskulatur die Stimmbänder vibrieren. Löwen (Panthera leo) schnurren nur beim Ausatmen.

Schutzimpfung: Vorbeugende Immunisierung ab 8. Lebenswoche (->Impfpaß). Bis dahin Infektionsschutz durch die Mutter. Impfung gegen ->Panleukopenie, ->Rhinotracheitis, Tollwut, Katzenleukose usw. Tierarzt! ->Entwurmung eine Woche vor jeder Impfung. Regelmäßige Auffrischungsimpfungen unerläßlich!

Schwanzfehler: Knick, Knoten, Verkrümmung, Verschmelzung oder Verkürzung von Schwanzwirbeln. Meist erblich bedingt.

Scottish Fold (engl.): Faltohr, ->Hängeohr. Vorkommen bei Kurzhaar-, Halblanghaar- und ->Rexkatzen.

Seal: (Seehundbraun).Sealbraun,Schwarzbraun. Genetisch schwarz. Abzeichenfarbe (->Points) bei Siamkatzen und Colourpoint aller Rassen.

Seidenhaar: In der Kaninchenzucht als ->rezessive ->Mutation bekannt. Enganliegendes, glattes, glänzendes Deckhaar, spärlich entwickelte Unterwolle. Läßt sich bei Katzen durch Selektion (züchterische Auslese) erzielen. Beispiele: Siamkatzen, Orientalisch Kurzhaar, Korat, Burmakatzen.

Selektion: Zuchtwahl. Züchterische Auslese bestimmter Eigenschaften. Förderung erwünschter, Ausmerzung unerwünschter Merkmale.

Siamkatzen, Siamesen: Ende des 19. Jahrhunderts erstmals auf englischen ->Ausstellungen. ->Schlankformkatze, engl. ->Foreign type mit blauen Augen (->Teil-Albino), ->Points und ->Seidenhaar.

Skarabäus-Zeichnung: Ausdrucksvolle feine Strichzeichnung ("Mimik-Zeichnung") auf der Stirn von ->Agouti-Katzen. Auch bei vielen Non-Agouti-Katzen angedeutet vorhanden.

Smoke (engl.: Rauch): Ohne Agouti im Erbbild (Non-Agouti). Silbriger Fellgrund. Pigmentierte Haarspitzen in unterschiedlicher Länge (->Tipping). Nach der Geburt kurzfristig "Waschbärenzeichnung" im Gesicht junger Smoke-Katzen.

Soma (gr. Körper): Somatische Zellen sind Körperzellen.

Sorrel: Rötlichbraun (kupferrot, goldbraun), genetisch zimtfarben (cinnamon). Benennung der Färbung bei Abessinierkatzen und Somali

Spastisches Syndrom:  ->Muskeldystrophie. Entartung der Muskelfasern in verschiedenen Körperregionen. Es gibt keine Therapie.

Sphynx: Nahezu haarlose Katzen. Merkmal rezessiv erblich. Keine Katze für Allergiker, da Speichel und Hautschuppen Allergie auslösen.

Spotted Tabby: Getupft. In Tupfen aufgelöstes Mackerel Tabby.

Standard: Internationaler Bewertungsmaßstab für Rassekatzen auf ->Ausstellungen. Wird in Verbindung mit Punktskalen von Dachorganisationen aller Erdteile erarbeitet.

Sterilisation: Unfruchtbarmachung mittels Unterbrechung der Eileiter bzw. Samenstränge. Funktion der Keimdrüsen bleibt intakt (Kastration, Oestrus).

Stichelhaar: Brindling.

Stop: Absatz zwischen Stirn und Nasenrücken bzw. Kurve oder Einbuchtung im Nasenprofil (z.B. bei Devon Rex-Katzen).

Streß: Beschleunigung des Stoffwechsels, verursacht durch ungewohnte Situationen (Ausstellungen, Reisen, Rivalität, Wohnungswechsel, Tod der Bezugsperson). Erhöhte Infektionsbereitschaft!

Stumpy: Manxkatze mit Stummelschwanz (->Rumpy).

Summierende Faktoren: Polymerie.

Tabby (engl.): Wort wahrscheinlich abgeleitet von "Atab", der alten Seidenweberstraße Bagdads. Bei Katzen dunkles Zeichnungsmuster auf wildfarbenem (Agouti-) Fellgrund. Formen: Getigert, gestreift = Mackerel Tabby (Striped Tabby). Getupft, in Tupfen aufgelöstes Mackerel, auch feine Forellentüpfelung = Spotted Tabby. Gestromt (Marmorzeichnung, Räderzeichnung) = Classic bzw. Blotched Tabby. Getickt (Ticking) = Ticked Tabby (z. B. bei Abessinierkatzen). Außerdem Patched Tabby.

Tapetum lucidum (lat. leuchtender Fleck): Phosphoreszierende Schicht im Augenhintergrund (Aderhaut) nachtaktiver Tiere (z. B. Katzen, Eulen, Hasen), an dessen Stelle die davor befindliche Netzhaut keine Pigmente aufweist. Einfallende Lichtstrahlen treffen daher direkt auf diese Schicht, werden in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und farblich unterschiedlich reflektiert (Aufleuchten der Augen bei einfallendem Licht). Da das Licht die Netzhaut zweimal (beim Lichteinfall und beim Reflektieren) erreicht, ergibt sich eine optimale Nutzung auch geringster Lichtquellen (z. B. bei Dämmerung).

Taubheit: Auftreten meist in Verbindung mit Weissfärbung und / oder Scheckung (Piebald white spotting)

Teil-Albino: z.B. Siamkatze mit blauen Augen und farbigen ->Points. Genetische Besonderheit mit Akromelanismus.

TICA: The international cat Association, Inc. Amerikanischer Dachverband

Ticking: Bänderung jedes Haares in drei oder mehr Farbzonen (je nach Haarlänge). Agouti, Tabby. Tipping (engl.): Silber- oder goldfarbene Haarbasis, dunkel pigmentierte Haarspitzen bei Chinchilla, Silver Shaded, Smoke sowie den entsprechenden "Goldens".

Torbie: Patched Tabby. Das Wort hat sich gebildet aus Tortie Tabby.

Toxine:  Gifte.

Trächtigkeit: Tragzeit, Schwangerschaft. Bei Hauskatzen 63-70 Tage, bei Wildkatzen je nach Art unterschiedlich lang (Ovulation).

Trihybrid: Nachkomme aus der Kreuzung zweier Rassen, die sich in drei Merkmalspaaren unterscheiden, so daß der Hybrid in diesen heterozygot ist. trocken: In der Tierzucht übliche Bezeichnung für eng anliegende Haut ohne Fettpolster, so daß das Muskelspiel erkennbar ist (z.B. bei Katzen der Schlankform).

Turner-Blue (engl.): Nach PATRICIA TURNER, England, benanntes Saphirblau der Augen von Siamesen und Foreign White ("Siamesen im weißen Kleid") ohne Anlagen für Weißscheckung. Unterschieden wird zwischen Turner-Blue und White-Blue.

Unterwolle:  siehe Haar.
Vergiftung: durchGifte,Grünpflanzen; Toxine. Bei Verdacht Tierarzt!

Verlustmutation: Erbänderung, durch die ein bislang vorliegendes Merkmal phänotypisch verloren geht (Mutation).

Vitamine (lat.): Substanzen, die ein Organismus in der Regel nicht selbst synthetisieren kann, die jedoch in geringsten Mengen lebensnotwendig sind (vita minima). Vitaminbedarf der Lebewesen verschieden. Zufuhr mit Nahrung und durch Darmbakterien. Unterschieden werden fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) und wasserlösliche Vitamine (C, B1, B2, Nicotinsäure, B6, H, B12). Katzen können Vitamin C selbst erzeugen. Vitaminmangel ruft Avitaminosen hervor. Bedarf nimmt bei Krankheit, Streß, Schwangerschaft, Stillperiode um bis zu 50 % zu!

Waardenburg-Syndrom: (nach PETRUS 1. VON WAARDENBURG, Arnheim, Niederlande, 1886-1979): Erbliche Erkrankung mit vorgeburtlichen Entwicklungsstörungen. Beim Menschen z. B. Innenohrschwerhörigkeit, Weißscheckung von Haut und Haar, verschieden gefärbte Iris. Ähnliche Symptome bei Katzen (odd-eyes; Weißscheckung).

Waschbärenzeichnung: Smoke.

WCF: World Cat Fanciers Association. Europäische Dachorganisation von der FIFe unabhängiger Zuchtvereine.

Weißscheckung (piebald white spotting, engl.): Scheckung in verschiedenen Abstufungen, vom winzigen weißen Kehlfleck (Medaillon) über Holländer Scheckung (Bicolour) und Englische Scheckung (pigmentierte Flecke im überwiegend weißen Fell) bis zu wenigen pigmentierten Haaren bei sonst weißen Katzen. Kann u. U. mit blauen Augen bzw. odd-eyes und Taubheit einhergehen

Welpe: Jungtier, Nachkomme Hundeartiger und Kateznartiger.

Whisherbreak (Pinch, Muzzle Break): Nicht geradliniges, sondern abgesetztes, unterbrochenes Wangenprofil, verursacht durch leichte Rundungen der Schnurrhaarkissen. Meist unerwünscht.

White-Blue (engl.): Blau der Augen von Katzen, deren Weißfärbung mit Taubheit einhergehen kann. Ursache vermutlich
Scheckungsfaktor (Waardenburg-Syndrom, Weißscheckung, Turner-Blue).

Wildfleck (engl. thumb mark = Daumenabdruck): Augenfleck, d. h. heller Fleck auf der Ohrrückseite vieler Katzen mit ->Agouti, vor allem bei Wildkatzen. Zeigen die Flecke nach vorn, signalisieren sie "Alarm".

Wolfsrachen, Gaumenspalte (cleft palate); Palatum fissum. Entdeckung meist erst, wenn den Neugeborenen beim Saugen die Milch aus der nase tritt.

Wurf: Nest, Geheck (engl. ->litter).

Zentrosom: Zentralkörper, von dem bei einer Zellteilung nach Verdoppelung die Polstrahlung der Teilungsspindel ausgeht.

Zibeline: Sable (franz. zobelfarben).

Zimmerpflanzen: ->Grünpflanzen, giftige. Für Katzen verträglich sind: Carex (Segge), Cyperus (Zypergras), Chlorophytum (Grünlille), Chrysanthemum, Cissus (Klimme, Wein), Coleus (Buntnessel), Dracaena (Drachenlilie), Erica, Farne aller Art, Gasteria, Howeia (Kentiapalme), Microcoelum (Kokospälmcherl), Myrte, Phoenix (Dattelpalme), Sanseveria (Bogenhanf), Scirpus (Simse), Yucca (Palmlille).

Zitzen: Bei Hauskatzen in der Regel 2 brust- und 2 bauchständige Paare.

Zitzenpräferenz: Bevorzugung der gleichen Zitze während der gesamten Stillzeit.

Zoonosen: Nach Definition der WHO Krankheiten und Infektionen, die natürlicherweise zwischen Wirbeltieren und Menschenübertragen werden, z. B. Enteritis-Salmonellen, Tollwut, Toxoplasmose und Mikrosporie.

Zucht: Gezielte Paarung zuchtgeeigneter Eltern, um deren Vorzüge bei den Nachkommen womöglich im positiven Sinne zu steigern (->Selektion). Voraussetzung: u.a. Kenntnis der  Genetik.

Zuchtkater: Deckkater (engl. stud). Kater mit vorzüglichen Rassemerkmalen. Zuchtkaterverzeichnisse verschiedener Vereine in bestimmten Fachzeitschriften. Steht rolligen Kätzinnen gegen Gebühr zur Verfügung, Gesundheitszeugnis, Impfschutz vorausgesetzt. Zwischen zwei Besuchen von Kätzinnen sollte ein Abstand von mindestens zwei Wochen liegen, da Zeugungsfähigkeit des Katers begrenzt ist.

Zuchtkätzin (engl. queen): Zuchtgeeignete Kätzin. Paarung mit vorzüglichem Partner der gleichen Rasse frühestens mit 1 bis 1 ½ Jahren. Ziel der Zucht: Vervollkommnung einer Rasse, nicht sinnlose Vermehrung!

Zuchtverein, Zuchtverband, Katzenclub: Zusammenschluß gleichgesinnter Katzenfreunde. Ziel dieser Interessengemeinschaft: Förderung des allgemeinen Verständnisses für Katzen, ihrer Reinzucht und sachgemäßen Haltung sowie Verhinderung von Mißbrauch und Mißhandlung von Katzen mittels Aufklärung in Verbands- bzw. Fachzeitschriften.

Zwinger (engl. cattery): 1.) Von einem Zuchtverband anerkannte Zuchtstätte eines Züchters. Für Nachwuchs ist Zwingername (Catteryname) zu beantragen, der geschützt wird.
2.) Geräumiger, katzengerecht ausgestatteter Daueraufenthalt mit Außenauslauf für Katzen (z. B. für Zuchtkater).

Zygote:Befruchtete Eizelle.

Zytoplasma: Zellplasma. Zellinhalt außerhalb des Zellkerns (->Protoplasma).

(Mit freundlicher Genehmigung von Frau Hartmann, Helkenberg Maine Coons)